Englischschwäche oder Fremdsprachenlegasthenie

Eine Englischschwäche liegt vor, wenn über einen längeren Zeitraum massive Schwierigkeiten beim Erlernen der englischen Sprache vorherrschen. Manchmal wird sie auch als Fremdsprachenlegasthenie bezeichnet, da einige Merkmale denen der Legasthenie ähneln.

Da organische Ursachen ausgeschlossen bzw. behandelt worden sind, bis der Fremdsprachenerwerb beginnt, werden vor allem Beeinträchtigungen im Bereich der Wahrnehmung, die grundlegend für einen Lernerfolg sind, als Ursachen für eine Englischschwäche ausgemacht. So fällt den Kindern die optische und akustische Differenzierung schwer. Sie hören die Unterschiede zwischen den ähnlich klingenden Lauten nicht, ersetzen ungewohnte Laute durch ähnlich klingende deutsche und nehmen kleine Unterschiede bei der Schreibweise von einzelnen Wörtern, die ungefähr gleich klingen, nicht wahr.

Außerdem haben sie kein ausreichendes optisch-akustisches Gedächtnis, so dass sie die Reihenfolge von Lauten und Buchstaben nicht gut behalten können und das Speichern von ganzen Wörtern und Sätzen nicht funktioniert. So müssen sie jeden einzelnen Satz aufs Neue auswendig lernen und Wörter werden häufig so geschrieben, wie es ihrem Klang nach im Deutschen richtig wäre. Zudem fehlt es ihnen an dem nötigen „Sprachgefühl“, um das System und die Struktur der fremden Sprache und die Gemeinsamkeiten mit der Muttersprache zu erkennen. Hinzu kommen Schwierigkeiten in der Muttersprache und ähnlich wie bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche durch den andauernden Misserfolg und damit einhergehenden psychischen Problemen durch Hänseleien und Reaktionen der Eltern, ein Motivationsverlust. Dieser darf keinesfalls mit Faulheit oder ähnlichem gleichgesetzt werden und sollte auf keinen Fall auch noch mit vielem Üben „bestraft“ werden.

Da die Englischschwäche oder Fremdsprachenlegasthenie sich in unterschiedlichem Maße bei den Betroffenen bemerkbar macht, verspricht eine individuelle Therapie, abgestimmt auf die jeweils vorliegenden Probleme, den größten Erfolg. Geholfen werden kann daher am besten mit den Methoden der integrativen Lerntherapie.