Die Mindmapping-Methode

Mindmapping ist eine Lerntechnik, die in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts vom britischen Lernforscher Tony Buzan entwickelt wurde. Sie basiert auf den unterschiedlichen Funktionsweisen der rechten und linken Hirnhälfte. Während die linke Gehirnhälfte bei analytischen und linearen Denkprozessen aktiv ist (z.B. Tabellen oder Listen anordnen), wird die rechte Gehirnhälfte für die bildliche Vorstellungskraft benötigt (z.B. Formen, Farben und Muster). Die Mindmapping Methode verbindet die Eigenschaften der beiden unterschiedlichen Funktionsweisen der Gehirnhälften, um damit eine optimale Ausnutzung der geistigen Leistungsfähigkeit zu schaffen.
Die Technik eignet sich für Einzelpersonen und Kleingruppen bis maximal drei Personen. Sie kann für verschiedene Aufgaben wie z.B. Prüfungsvorbereitungen, Hausaufgaben oder etwa die Reiseplanung in der Freizeit angewendet werden.

Als Material dienen lediglich Buntstifte und ein großes unbeschriebenes und unliniertes Blatt Papier. Wer eine Tafel oder ein Flip-Chart hat, kann auch diese verwenden. Nun werden die Ideen zu einem bestimmten Thema visualisiert, es wird sozusagen eine Art geistige „Landkarte“ des Themengebietes erstellt, daher auch der Name der Lerntechnik. Denn ins deutsche Übersetz bedeutet „Mind“ etwa so viel wie „Geist“ oder „Verstand“ und „Map“ in etwa „(Land)Karte“.

Bei jedem Themengebiet gibt es sogenannte Schlüsselwörter. Um diese zu bestimmen, können beispielsweise die bekannten sechs W-Fragen als Hilfe dienen: „Was? Wer? Wann? Wo? Warum? Wie?“. Diese werden um das in der Mitte des leeren und unlinierten Blatts stehende Thema geschrieben. Unter die verschiedenen Schlüsselwörter, die die Oberbegriffe des jeweiligen Themas abbilden, werden weitere Unterbegriffe aufgeschrieben. Als Faustregel gilt: Wichtigeres steht näher zur Mitte, unwichtigeres weiter außen. Für jeden Oberbegriff kann zudem eine unterschiedliche Schreibfarbe gewählt werden und die Begriffe können mit Pfeilen und anderen Symbolen ergänzt werden. Am anschaulichsten kann die Methode wegen der entstehenden Strukturierung und Untergliederung mit dem Bild eines Baumes verglichen werden. Neben einem Stamm teilt dieser sich ebenso wie das Mindmap in verschiedene, dicke Äste auf, aus denen wiederum dünnere Äste wachsen. Daher sollte man das Papier auch aus Platzgründen im Querformat verwenden.

Ziel ist es, von Beginn an eine vernetzte Struktur zu schaffen und nicht wie etwa beim Brainstorming unsortierte spontane Ideen aufzuschreiben, die später noch meistens bei Gruppenarbeiten durch Moderatoren geordnet werden müssen. Mit Hilfe eines Mindmaps bleiben nicht nur die einzelnen Wörter in Erinnerung (durch die wiederholte Beschäftigung mit der selbst gewählten Struktur), sondern auch das Bild des entstandenen Mindmaps selber. Um bei komplexen Prüfungen vorteilhaft zu wirken und die übersichtliche Darstellung von Teillernpunkten zu gewährleisten, sollten zum einen für große Themengebiete mehrere Mindmaps angefertigt werden und zum anderen sollte jede Untergliederung nicht mehr als 7 Unteräste haben, damit der Inhalt noch “fotografisch“ behalten werden kann, um ihn in Prüfungssituationen systematisch in Gedanken noch einmal durchgehen zu können. Durch verschiedene Softwareprogramme ist es mittlerweile sogar möglich, Mindmaps in digitaler Form am Computer anzulegen.