Studie zur Computerkompetenz: Deutsche Schüler haben Luft nach oben

Kategorien: ,

Eine neue Studie der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) belegt, dass die Kompetenz deutscher Schüler im Bereich der Computernutzung im internationalen Durchschnitt nur mittelmäßig ist. Dabei wirke sich laut der „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) auch der soziale Hintergrund auf die Kompetenz der Schüler aus. Aufholbedarf gibt es unter anderem bei der Schulausstattung und einer gezielten Förderung von Schülern.

Über die ICILS

Die Studie untersuchte die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Achtklässlern in 21 unterschiedlichen Ländern. Zu den teilnehmenden Ländern gehörten neben Deutschland unter anderem Australien, Dänemark, Russland, Kanada, die Türkei und die Niederlande. Die Daten wurden durch computerbasierte Schülertests und Befragungen von Lehrern, Schülern und Schulleitungen erhoben. Die Kompetenzen der Schüler wurden in 5 Kompetenzstufen eingeteilt, wobei I die niedrigste und V die höchste Kompetenzstufe darstellt.

Ergebnisse der Studie: Deutsche Schüler bewegen sich im Mittelfeld

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die deutschen Schüler vornehmlich im Mittelfeld des internationalen Vergleichs bewegen, ganze 30 Prozent allerdings in den untersten beiden Kompetenzstufen vertreten sind. Zudem wurde festgestellt, dass die soziale Lage der Schüler einen großen Einfluss auf ihre Kompetenz hat. Besonders Schüler mit Migrationshintergrund sowie Schüler aus Familien mit geringen finanziellen Mitteln und wenig kulturellen Ressourcen sind überproportional in den unteren Kompetenzstufen vertreten. Die Ausstattung der Schulen und Angebote an Lehrer-Fortbildungen seien ebenfalls ausbaufähig.

Hier liegt Potenzial: Das sollte sich am deutschen Schulsystem ändern

Auf Basis der Studienergebnisse gibt die ICILS Empfehlungen, was sich an deutschen Schulen ändern sollte, um die Fähigkeiten der deutschen Schüler zu steigern. Unter anderem werden folgende Punkte festgehalten:

  • Computer- und informationsbezogener Unterricht sollte verpflichtend in den Lehrplänen deutscher Schulen aufgenommen werden.
  • Im Umgang mit Computer- und Informationstechnologien besonders talentierte Schüler sollten identifiziert und stärker gefördert werden.
  • Zudem sollten Fördermaßnahmen für Jugendliche, die aufgrund ihres sozialen Hintergrundes benachteiligt sind, angeboten werden.
  • Deutsche Schulen sollten besser mit didaktisch sinnvollen, modernen Technologien ausgerüstet sein.
  • Lehrkräfte müssen verstärkt im Bereich Computer und Information weitergebildet und gefördert werden.
  • Ergebnisse und Fortschritte müssen wissenschaftlich evaluiert und durchgehend hinterfragt werden.

Die auf Deutschland bezogenen Studienergebnisse gibt es in ganzer Länge auf der Homepage des Institut für Schulentwicklungsforschung Dortmund als PDF.