Eigenständiges Lernen durch offenen Unterricht

Das Prinzip des offenen Unterrichts wurde zunehmend Anfang der 2000er Jahre thematisiert, nachdem der Pädagoge und Wissenschaftler Falko Peschel eine zweiteilige Studie zu offenem Unterricht veröffentlicht hatte. Noch wird offener Unterricht in deutschen Schulen aber nur spärlich eingesetzt und die Methode gilt als umstritten. Nach Befürwortern kann offener Unterricht den Schülern jedoch sowohl an der Schule als auch in der Nachhilfe einige Vorteile bieten.

Was bedeutet „offener Unterricht“?

Die Methode des offenen Unterrichts kann unterschiedlich interpretiert werden. Das Grundprinzip liegt allerdings darin, dass die Schüler frei wählen können, wann, wo und in welcher Art und Weise sie Lerninhalte bearbeiten. Offener Unterricht steht so im Kontrast zum klassischen „frontalen Unterricht“, in dem feste Strukturen und Aufgaben durch den Lehrer vorgegeben werden. Nach Falko Peschel sollte offener Unterricht:

  • Schülern die Freiheit geben, zu entscheiden, mit wem und wo sie Lerninhalte bearbeiten.
  • Schülern erlauben, das Lernthema sowie die Lernmethode selbst zu bestimmen.
  • Schülern die Möglichkeit geben, soziale Strukturen, Regeln und Unterrichtsablauf in der
  • Klasse selbst festzulegen.
  • eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Lehrern und Schülern herstellen.

Vorteile von offenem Unterricht für Schule und Nachhilfe

Die praktischen Vorteile offenen Unterrichts beschreibt zum Beispiel die Universität Köln:

  • Entwicklung von Selbstkompetenz: Schüler lernen, sich selbst zu organisieren und selbst für ihren Lernprozess Verantwortung zu übernehmen. Sie lernen somit eigenständiges Arbeiten sowie Eigenorganisation und erlangen neues Selbstvertrauen.
  • Stärkung von Sozialkompetenz: Offener Unterricht soll die Zusammenarbeit und Konfliktfähigkeit von Schülern stärken, indem sie ihre Arbeitsgruppen selbst organisieren und eigenständig die Regeln für ihre Gemeinschaft festlegen.
  • Höhere Lernkurve: Durch die Wahl der eigenen Lernmethoden, dem eigenen Lerninhalt und der somit aktiven Auseinandersetzung mit Unterrichtsthemen, werden Interesse, Motivation und Sachkompetenz der Schüler gestärkt.

Offener Unterricht in der Nachhilfe

Sicherlich lohnt es sich für Nachhilfelehrer, den Ansatz des offenen Unterrichts mit ihren Nachhilfeschülern probeweise zu verwirklichen, um zu erfahren, ob das Prinzip für ihre Schüler zu besseren Ergebnissen führt. Zum Beispiel kann der Schüler den Ablauf und die Inhalte des Nachhilfeunterrichts selbst bestimmen. Wird die Nachhilfe in Gruppen durchgeführt, kann der Nachhilfelehrer seiner Schülergruppe die Möglichkeit geben, sich komplett selbst zu organisieren und eigene soziale Regeln zu erstellen. Die Verwendung von offenem Unterricht sollten Nachhilfelehrer jedoch vorher mit den Eltern der Nachhilfeschüler absprechen.