Die Bedeutung von Emotionen auf das Lernen

Kategorien:

Emotionen sind ein Treiber der Evolution. Lebenswichtige Entscheidungen wie Flucht oder Verteidigung werden direkt von Emotionen geleitet und können über den Reflex der Selbsterhaltung stehen (z.B. Eltern retten ihr Kind aus einer akuten Gefahrensituation, selbst wenn sie selber in Gefahr geraten).

Die durch Emotionen resultierenden Handlungen können wiederum ein Lernprozess auslösen. In Bruchteilen von Sekunden entscheiden wir unbewusst, ob eine neue Information eine emotionale Bedeutung für uns hat und/oder sinnvoll ist. Wenn die Antwort „nein“ lautet, dann vergessen wir diese Information wieder. Wenn die Information jedoch als sinnvoll erachtet wird, dann wird diese nachhaltig gespeichert und bei Bedarf abgerufen: Wir haben (dazu)gelernt.

Emotion ist nicht mit Gefühl gleichzusetzen. Emotionen beschreiben die körperliche Reaktion auf äußerliche Einflüsse. Gefühle dagegen entstehen aus der Bewertung der Emotionen. Die körperlichen Reaktionen zittern und wegrennen lösen in der Regel das Gefühl Angst aus. Grinsen und umarmen dagegen verursachen ein Gefühl der Freude.

So wirken sich Emotionen auf unser Lernen aus

Emotionen und die daraus resultierenden Gefühle haben einen großen Einfluss auf unser Lernen. Negative Gefühle wie etwa Ablehnung und Angst blockieren das Lernen. Statt diese Information dauerhaft in unserem Gedächtnis zu verankern, lehnen wir diese stattdessen ab.

Die Umgebung hat ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf den Lernprozess. Selbst wenn unsere Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Lerngegenstand gerichtet ist, nimmt unser Körper seine Umgebung unbewusst wahr – und reagiert darauf. An einem Ort, der durch Hektik geprägt ist (Bahnhof, Flughafen etc.) oder an dem Unsicherheit herrscht, nehmen wir diese „Stimmung“ unbewusst wahr und übertragen diese auf uns selbst. Wir fühlen uns unruhig und können uns nur schwer konzentrieren.

Ein erfolgreiches Lernklima wird vielmehr durch ein positives Empfinden geschaffen. Bedrohung, Bestrafung und Hektik sind schlechte Motivationsträger. Die beste Motivation ist die Aussicht, den Zustand des Glücks zu erreichen. Dieser kann wiederum durch Belohnung oder das eigenständige Lösen eines Problems geschaffen werden.