Aktivitäten mit Sprachpartnern: Warum Ausflüge beim Sprachen lernen helfen

Manchmal ist es schwierig, beim regelmäßigen Treffen mit dem Sprachpartner immer wieder ausreichend neue Themen zu finden, um sich angeregt zu unterhalten. Dabei ist die natürliche Unterhaltung der beste Weg, eine Sprache fließend sprechen zu lernen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch beim Sprachtandem neu gelernte Vokabeln normalerweise in unserem Kurzzeitgedächtnis unterkommen und dieses schon nach 20 Minuten wieder verlassen, sollten sie nicht repetiert werden.

Wieso Ausflüge beim Sprachtandem helfen

Ein gemeinsamer Ausflug ist nicht nur eine schöne Freizeitbeschäftigung, sondern bietet auch viele Vorteile im Lernprozess und kann bei oben genannten Problemen helfen. So liefern die gemeinsamen Erlebnisse mit dem Sprachpartner eine ganz neue Basis für einen natürlichen Gesprächsverlauf, der manchmal beim wöchentlichen Sprachtandem im Café oder zuhause ins Stocken gerät.

Positive Gefühle und Erlebnisse fördern zudem die Lernfähigkeit: Untersuchungen aus der Lernforschung belegen, dass positive Emotionen und Erlebnisse die Leistungen des Gehirns stärken. Ein weiterer wissenschaftlicher Ansatz, der die Wirksamkeit von gemeinsamen Unternehmungen unterstreicht, ist die Assoziations-Lernmethode. Im Prinzip besagt diese, dass das Assoziieren von Vokabeln mit Bildern, Erlebnissen und Reizen dabei hilft, sich an diese langfristig zu erinnern. In vereinfachter Form sind sogenannte Eselsbrücken ein Teil dieser Methode. Ausflüge mit dem Sprachpartner, in denen man besondere Eindrücke mit Vokabeln verbindet, verstärken den Effekt.

Ausflugsziele = Lernorte?

Eine weitere Theorie aus der Lernforschung von Renate Freericks beschäftigt sich zwar nicht explizit mit dem Lernen von Sprachen, geht allerdings darauf ein, wie sogenannte Erlebniswelten heute auch als Lernorte dienen können. Als Vorteil von diesen Lernorten wird gesehen, dass sie vor allem aufgrund folgender „Lernchancen“ nachhaltiges Lernen ermöglichen:

  • Das Erinnern an eigene Erlebnisse und Taten
  • Erlernen von neuem Wissen und die Verknüpfung mit Erlebnissen
  • Selbsterfahrung und neue Handlungen
  • Das Erfahren von neuen Emotionen und Einstellungswandel

Diese Lernchancen lassen sich auf das Sprachtandem übertragen: Wir erlangen bei Ausflügen mit dem Sprachpartner Wissen wie neue Ausdrücke und Vokabeln und verknüpfen diese mit unseren Erlebnissen und Taten. Neue Selbsterfahrung und positive Emotionen unterstützen den Lernprozess.