Taschengeld in den Ferien: Wie viel ist für Kinder angemessen?

In den Ferien verändert sich der Alltag vieler Familien. Kinder sind häufiger draußen, treffen Freund, besuchen das Freibad oder möchten sich unterwegs ein Eis kaufen. Auch vor einer Ferienfreizeit fragen sich viele Eltern: Wie viel Taschengeld sollte das Kind mitnehmen?

Eine allgemeingültige Summe gibt es nicht. Entscheidend sind das Alter, die finanziellen Möglichkeiten der Familie und die Frage, welche Ausgaben das Kind selbst übernehmen soll. Aktuelle Richtwerte können bei der Entscheidung helfen.

Warum Taschengeld in den Ferien sinnvoll ist

Taschengeld ermöglicht Kindern, eigene Entscheidungen zu treffen. Sie lernen, dass Geld begrenzt ist, manche Wünsche warten müssen und größere Anschaffungen nur möglich sind, wenn sie etwas zurücklegen.

Gerade in den Ferien ergeben sich viele solcher Situationen. Vielleicht reicht das Geld für ein Eis, aber nicht zusätzlich für ein Spielzeug. Auch ein Fehlkauf oder ein zu schnell aufgebrauchtes Budget kann eine wichtige Erfahrung sein.

Aktuelle Taschengeld-Empfehlungen

Das Deutsche Jugendinstitut hat seine Empfehlungen im September 2025 vollständig aktualisiert. Damit sind die Werte deutlich zeitgemäßer als ältere Tabellen, die die Preissteigerungen der vergangenen Jahre nicht berücksichtigen.

Die aktuellen Richtwerte lauten:

  • Unter 6 Jahren: 1 bis 2 Euro pro Woche
  • 6 bis 7 Jahre: 2 bis 3 Euro pro Woche
  • 8 bis 9 Jahre: 3 bis 4 Euro pro Woche
  • 10 bis 11 Jahre: 15 bis 25 Euro pro Monat
  • 12 bis 13 Jahre: 20 bis 30 Euro pro Monat
  • 14 bis 15 Jahre: 25 bis 45 Euro pro Monat
  • 16 bis 17 Jahre: 40 bis 60 Euro pro Monat

Bis zum zehnten Lebensjahr wird eine wöchentliche Auszahlung empfohlen. Jüngere Kinder können kürzere Zeiträume meist besser überblicken. Ab etwa zehn Jahren kann das Taschengeld monatlich ausgezahlt werden.

Die Beträge sind freiwillige Orientierungswerte und können an die finanzielle Situation der Familie angepasst werden. Einen gesetzlichen Anspruch auf Taschengeld gibt es nicht.

Muss das Taschengeld in den Ferien erhöht werden?

Das regelmäßige Taschengeld sollte auch während der Ferien weitergezahlt werden. Eine automatische Erhöhung ist jedoch nicht notwendig.

Ein zusätzliches Ferienbudget kann sinnvoll sein, wenn das Kind häufiger selbstständig unterwegs ist. Vorher sollte klar vereinbart werden, welche Ausgaben es davon bezahlt.

Vom Taschengeld oder Ferienbudget:

  • Eis und kleine Snacks
  • Zeitschriften oder Sammelkarten
  • kleine Souvenirs
  • günstige Spielsachen
  • freiwillige Extras unterwegs

Von den Eltern oder aus einem getrennten Budget:

  • notwendige Mahlzeiten und Getränke
  • geplante Eintrittskarten
  • notwendige Bus- oder Bahntickets
  • Sonnencreme und Hygieneartikel
  • Medikamente
  • verpflichtende Kosten einer Ferienfreizeit

So bleibt das Taschengeld frei verfügbar und muss nicht für notwendige Dinge verwendet werden.
 

Wie viel Taschengeld für eine Ferienfreizeit?

Für Ferienlager gibt es keinen deutschlandweit festgelegten Tagessatz. Einige Veranstalter sprechen eigene Empfehlungen aus oder verwahren das Geld für jüngere Kinder.

Sind Unterkunft, Mahlzeiten, Programm und Ausflüge bereits bezahlt, wird das Taschengeld meist nur für Eis, Snacks oder kleine Mitbringsel benötigt.

Als praktische Orientierung können Eltern mit folgenden Beträgen rechnen:

Kinder von 6 bis 9 Jahren

  • etwa 2 bis 4 Euro pro Reisetag
  • für 7 Tage: ungefähr 15 bis 25 Euro
  • für 14 Tage: ungefähr 30 bis 50 Euro


Kinder von 10 bis 13 Jahren

  • etwa 3 bis 5 Euro pro Reisetag
  • für 7 Tage: ungefähr 20 bis 35 Euro
  • für 14 Tage: ungefähr 40 bis 70 Euro


Jugendliche von 14 bis 17 Jahren

  • etwa 4 bis 7 Euro pro Reisetag
  • für 7 Tage: ungefähr 30 bis 50 Euro
  • für 14 Tage: ungefähr 60 bis 100 Euro

Diese Beträge setzen voraus, dass notwendige Verpflegung, Ausflüge und Eintrittspreise bereits enthalten sind. Muss das Kind einzelne Mahlzeiten oder Fahrkarten selbst bezahlen, sollte dafür ein separates Budget eingeplant werden.

Vor der Abreise lohnt sich ein Blick in die Unterlagen des Veranstalters. Manche Ferienfreizeiten geben einen Höchstbetrag vor oder sammeln zusätzliches Ausflugsgeld getrennt ein.
 

Taschengeld bei Ferien zu Hause

Auch ohne Urlaubsreise sind Kinder in den Ferien häufig mehr unterwegs. Sie treffen Freund, fahren Fahrrad, gehen schwimmen oder verbringen Zeit auf Spiel- und Sportplätzen.

Das bedeutet nicht, dass für jeden Ferientag Geld bereitgestellt werden muss. Kostenlose Aktivitäten gehören ebenso zu den Ferien wie ein Eis oder ein Freibadbesuch.

Sind Kinder an mehreren Tagen pro Woche selbstständig unterwegs, kann ein zusätzliches Freizeitbudget eine Orientierung bieten:

  • 6 bis 9 Jahre: etwa 5 bis 10 Euro pro Ferienwoche
  • 10 bis 13 Jahre: etwa 10 bis 20 Euro pro Ferienwoche
  • 14 bis 17 Jahre: etwa 15 bis 30 Euro pro Ferienwoche

Dieses Budget ist nicht zusätzlich notwendig, wenn das normale Taschengeld ausreicht. Familien können auch einzelne Unternehmungen bezahlen oder einen festen Gesamtbetrag für die Ferien vereinbaren.

Das Geld auf einmal oder portionsweise auszahlen?

Jüngere Kinder können einen längeren Zeitraum oft noch nicht gut überblicken. Für sie kann es sinnvoll sein, das Ferienbudget in Tages- oder Wochenbeträge aufzuteilen.

Einige Ferienfreizeiten bieten an, das Geld aufzubewahren und schrittweise auszuzahlen. Ältere Kinder und Jugendliche können den gesamten Betrag eher selbst verwalten und lernen dadurch, vorauszuplanen.

Ist das Geld früher aufgebraucht, sollte es normalerweise keinen automatischen Nachschlag geben. Notwendige Ausgaben und Notfälle sind davon selbstverständlich ausgenommen.

Was ist mit der Inflation?

Bei Taschengeldtabellen sollten Eltern immer auf das Veröffentlichungsdatum achten. Ältere Beträge können heute zu niedrig sein, da Freizeitaktivitäten, Snacks und andere typische Ausgaben teurer geworden sind.

Die 2025 aktualisierten Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts bieten deshalb eine zeitgemäßere Grundlage als Tabellen, die bereits viele Jahre alt sind.

Eine jährliche automatische Erhöhung ist dennoch nicht erforderlich. Sinnvoller ist es, die Höhe regelmäßig zu prüfen und bei deutlich gestiegenen Preisen innerhalb der empfohlenen Spanne anzupassen.

Woran erkenne ich, ob der Betrag passt?

Ein passendes Ferienbudget sollte nicht so niedrig sein, dass das Kind kaum eigene Entscheidungen treffen kann. Es sollte aber auch nicht so hoch sein, dass es sich über seine Ausgaben keine Gedanken machen muss.

Der Betrag passt meistens, wenn das Kind:

  • kleinere Wünsche selbst bezahlen kann,
  • zwischen verschiedenen Ausgaben wählen muss,
  • einen Teil für später aufheben kann,
  • nicht ständig zusätzliches Geld verlangt,
  • nicht von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen wird,
  • notwendige Dinge weiterhin von den Eltern erhält.

Geschwister müssen nicht den gleichen Betrag bekommen. Ein älteres Kind hat meist andere Bedürfnisse und kann sein Geld über einen längeren Zeitraum verwalten. Die Unterschiede sollten jedoch verständlich erklärt werden.

Fazit

Taschengeld in den Ferien gibt Kindern die Möglichkeit, den Umgang mit Geld in echten Alltagssituationen zu üben. Wie hoch der Betrag ausfällt, hängt vom Alter, von den geplanten Aktivitäten und von den finanziellen Möglichkeiten der Familie ab.

Für eine vollständig bezahlte Ferienfreizeit reichen je nach Alter häufig etwa zwei bis sieben Euro pro Tag. Bei Ferien zu Hause kann ein begrenztes Wochenbudget sinnvoll sein, wenn Kinder häufiger selbstständig unterwegs sind.

Wichtig ist eine klare Trennung: Taschengeld ist für persönliche Wünsche gedacht. Notwendige Mahlzeiten, Fahrten, Eintrittspreise und andere grundlegende Kosten sollten separat eingeplant werden.

 

FAQ

Wie viel Taschengeld ist in den Ferien angemessen?
Das hängt vom Alter des Kindes und den geplanten Aktivitäten ab. Für Ferien zu Hause können je nach Alter etwa 5 bis 30 Euro pro Woche eine Orientierung sein.

Wie viel Taschengeld braucht ein Kind auf einer Ferienfreizeit?
Sind Unterkunft, Mahlzeiten und Ausflüge bereits bezahlt, reichen häufig etwa 2 bis 7 Euro pro Tag. Die Empfehlung des Veranstalters sollte dabei berücksichtigt werden.

Sollte das Taschengeld in den Ferien erhöht werden?
Eine automatische Erhöhung ist nicht notwendig. Ein zusätzliches Ferienbudget kann sinnvoll sein, wenn das Kind häufiger allein unterwegs ist oder mehr Freizeitaktivitäten unternimmt.

Was sollte ein Kind vom Ferien-Taschengeld bezahlen?
Das Geld ist vor allem für persönliche Wünsche wie Eis, kleine Snacks oder Souvenirs gedacht. Notwendige Mahlzeiten, Fahrkarten, Eintrittspreise und Hygieneartikel sollten Eltern in der Regel separat bezahlen.