Viele Schüler und Eltern sind unsicher, wie das Punktesystem funktioniert, welche Punkte welcher Note entsprechen und ab wann das Abitur als bestanden gilt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sich all diese Leistungen am Ende zum Abiturschnitt zusammensetzen. Wer das System versteht, schätzt die eigene Leistung besser ein und nimmt gezielt Einfluss auf die Endnote.
Warum das Punktesystem wichtig ist
In der Oberstufe werden Leistungen nicht mehr in klassischen Noten von 1 bis 6 bewertet, sondern in Punkten von 0 bis 15. Dieses System ermöglicht eine genauere Bewertung und bildet die Grundlage für den späteren Abiturschnitt. Dabei gilt: Je mehr Punkte erreicht werden, desto besser ist die Leistung – und desto besser fällt am Ende der Abischnitt aus.
Punkte und Noten im Überblick
Die Punkte lassen sich direkt in Schulnoten umrechnen. Zur Orientierung hier alle Punkte und Noten im Überblick:
15 Punkte: Note 1+ (sehr gut)
14 Punkte: Note 1 (sehr gut)
13 Punkte: Note 1- (sehr gut)
12 Punkte: Note 2+ (gut)
11 Punkte: Note 2 (gut)
10 Punkte: Note 2- (gut)
9 Punkte: Note 3+ (befriedigend)
8 Punkte: Note 3 (befriedigend)
7 Punkte: Note 3- (befriedigend)
6 Punkte: Note 4+ (ausreichend)
5 Punkte: Note 4 (ausreichend)
4 Punkte: Note 4- (ausreichend)
3 Punkte: Note 5+ (mangelhaft)
2 Punkte: Note 5 (mangelhaft)
1 Punkt: Note 5- (mangelhaft)
0 Punkte: Note 6 (ungenügend)
Wichtig: Bereits ab 5 Punkten gilt eine Leistung als ausreichend und damit als bestanden. Alles darunter wird als „unterpunktet“ gewertet.
So wird der Abiturschnitt berechnet
Der Abiturschnitt setzt sich aus zwei großen Bereichen zusammen: den Leistungen während der Qualifikationsphase und den Abiturprüfungen.
Typische Gewichtung:
Block I: Punkte aus den Kursen der letzten Schuljahre (der größte Anteil)
Block II: Punkte aus den Abiturprüfungen
Alle gesammelten Punkte werden addiert und anschließend in eine Durchschnittsnote umgerechnet. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser der Abischnitt. Ein Beispiel: Wer viele Kurse im Bereich von 10–12 Punkten abschließt und in den Prüfungen gut abschneidet, landet wahrscheinlich im Bereich einer 2 vor dem Komma.
Wann ist das Abitur bestanden?
Um das Abitur zu bestehen, müssen bestimmte Mindestanforderungen erfüllt sein. Insgesamt müssen genügend Punkte gesammelt werden (in der Regel mindestens 300 Punkte). Darüber hinaus spielen sogenannte „Unterpunkte“ eine wichtige Rolle. Das sind Leistungen unter 5 Punkten, die als nicht ausreichend gelten. In den Abiturprüfungen und der Qualifikationsphase ist eine begrenzte Anzahl dieser schwachen Ergebnisse erlaubt. Genaue Regelungen sind abhängig vom Bundesland. Einzelne schlechtere Leistungen sind kein Problem – häufen sie sich, kann das dazu führen, dass das Abitur nicht bestanden wird. Wer alle Voraussetzungen erfüllt, erhält die allgemeine Hochschulreife beziehungsweise das Abitur.
Häufige Fragen zum Abiturschnitt (FAQ)
Was passiert bei 0 Punkten?
0 Punkte entsprechen einer ungenügenden Leistung. In Prüfungen kann das zum Nichtbestehen führen, wenn bestimmte Grenzen überschritten werden.
Können schlechte Punkte ausgeglichen werden?
Einzelne schwächere Leistungen können durch bessere Ergebnisse in anderen Fächern ausgeglichen werden – innerhalb bestimmter Vorgaben.
Sind alle Punkte gleich wichtig?
Nein, nicht alle Punkte werden gleich gewichtet. Die Abiturprüfungen zählen stärker als einzelne Kurse. Auch Leistungskurse haben mehr Einfluss auf die Gesamtpunktzahl als Grundkurse, da sie intensiver gewichtet werden. Gleichzeitig machen die vielen eingebrachten Kurse insgesamt den größten Anteil am Abiturschnitt aus.
Wie rechne ich meinen Abischnitt aus?
Den Abischnitt sowie die Noten und Punkte für alle unterschiedlichen Bundesländer berechnest du mit Abi-Schnitt-Rechnern. Hier geht es zu einem Abi-Rechner:
https://derabirechner.de/
Warum ist ein guter Abischnitt wichtig?
Ein guter Abischnitt ist wichtig für die Zulassung an einer Hochschule oder Universität. Für viele Studiengänge, vor allem die, die beliebt sind (z. B. Psychologie, Medizin oder Jura), wird der Numerus Clausus (NC) als Auswahlkriterium oder Zulassungsbeschränkung verwendet. Außerdem schafft ein gutes Abiturzeugnis bessere Berufs- und Aufstiegschancen.
Fazit
Das Punktesystem im Abitur wirkt auf den ersten Blick kompliziert. Wer versteht, wie Punkte, Noten und Gewichtung zusammenhängen, arbeitet gezielt auf seinen Wunsch-Abischnitt hin – Schritt für Schritt und ohne unnötigen Stress.