Virtuelles Lernen – die positive Wirkung der digitalen Spiele

Computerspiele gehören seit knapp 2 Jahrzehnten zu unserem täglichen Leben dazu. Egal ob Jump & Run Spiele, wie Super Mario, Autorennen, Geschicklichkeits- oder Strategiespiele, wie Die Siedler, hat wohl jeder schon mal gespielt. Doch wie beeinflussen Computerspiele unser Gehirn? Wir erklären die Funktionsweise des virtuellen Lernens.

Strategisches Denken und Geschicklichkeit dank digitaler Spiele

Spielen ist für die kindliche Entwicklung ein wichtiger Baustein. Neben der Konzentrationsfähigkeit wird auch das soziale Verhalten gestärkt sowie die Fähigkeit der Fairness bzw. der Umgang mit Sieg und Niederlage. Dies beginnt beim analogen Mensch-ärgere-dich-nicht! Spiel und hört bei den Computer- und Konsolenspielen nicht auf.

In der heutigen Zeit werden die Spiele immer komplexer und tiefgründiger. Die TETRIS-Generation wurde von den strategischen Spielen abgelöst. Spieler finden sich in einer komplett neuen Umgebung wider, müssen Städte errichten, mit Ressourcen handeln und sich mit Rivalen auseinandersetzen. Und genau hier ist die positive Wirkung von Computerspielen vergraben. Die Kinder und jungen Erwachsenen setzen sich mit komplexen Fragestellungen auseinander und stellen sich ganz automatisch der Frage, ob Krieg immer die Lösung ist. Durch die epochale Einordnung dieser Strategiespiele findet sich der User im Mittelalter oder in der Antike wieder und muss auf den Einsatz neuzeitiger Erfindungen verzichten. Spielerisch arbeitet das Gehirn auf Hochtouren und es lassen sich ganz automatisch Zusammenhänge zu den schulischen Themen aus dem Geschichts- oder Lateinunterricht knüpfen.

Doch nicht nur Strategiespiele eigenen sich für den Vorgang des virtuellen Lernens. Geschicklichkeit, der Umgang mit Sieg und Niederlage sowie das wirtschaftliche Handeln wird in komplexen Fußball- oder Mannschaftssportspielen vermittelt. Der schnelle Wechsel zwischen den Spielfiguren und der filigrane Umgang mit Maus, Tastatur oder Controller fördern die Feinmotorik. Oftmals bekommt der User für bestimmte Turnierplatzierungen Geld, welches er dann wirtschaftlich für den Kauf neuer Spieler investieren kann, um sein virtuelles Team langfristig zu stärken. Zeitgleich ist auf eine ausgewogene Mannschaft zu achten. Ein gutes Team besteht nicht nur aus Angriffskünstlern, sondern muss auch Defensiv gut aufgestellt sein.

Des Weiteren stehen hinter vielen Spielformen ganze Netzwerke. Gemeinsam mit anderen Spielern, die nicht im gleichen Haus oder am gleichen Gerät sitzen müssen, agieren die User in der virtuellen Welt und müssen gemeinsam Wege und Lösungen für komplexe Probleme finden. Sowohl Kompromisse, als auch die Addition verschiedener Eigenschaften der Akteure können zielführend sein und beeinflussen das soziale Verhalten der Spieler in der echten Welt.

Die Menge macht‘s

Trotz der soeben dargestellten positiven Wirkung von digitalen Spielen auf die Entwicklung und Weiterentwicklung der sozialen und motorischen Fähigkeiten, sollte nicht ununterbrochen am Computer oder vor der Spielekonsole gesessen werden. Denn die virtuelle Welt wird nie die Realität und den echten Kontakt zu Freunden und Mitmenschen ersetzen können. Übermäßiges und exzessives Spielen kann gar umschlagen und ein aggressives Verhalten hervorrufen. Zudem leidet die körperliche Ertüchtigung unter stundenlangen Nachmittagen und Abenden vor der Röhre. Das gute Mittelmaß gilt es zu finden, um die positive Wirkung der Spiele zum Vorschein zu bringen.