So viel Einfluss hat die Klassengröße auf den Lernerfolg Teil 1

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Die Klassengröße gehört zu den meist diskutiertesten Themen im Bildungssektor. Immer wieder streiten Bildungswissenschaftler und Pädagogen über die Bedeutung der Klassengröße für den Lernerfolg. Doch wie groß darf denn nun eine Klasse s maximal ein, damit die Schüler produktiv lernen können?

Die durchschnittlich Klassengröße im internationalen Vergleich

Je nach Land lernen unterschiedlich viele Schüler in einem Klassenverbund. Während in Luxemburger Grundschulen durchschnittlich 16 Schüler gemeinsam das Einmaleins lernen, sind es in Japan, Israel, Korea und Türkei mehr als 25 Schüler. In deutschen Grundschulen beträgt die Klassengröße durchschnittlich 21,2 Schüler, was genau dem OECD-Durchschnitt entspricht. Untersuchungen zeigen, dass die Klassengröße in Grundschulen, bis auf Ausnahme von Dänemark und Island, in allen untersuchten OECD-Ländern leicht zurückgehen sowie die nationalen Unterschiede geringer werden.

Bis auf Großbritannien und Estland lernen in der Sekundarstufe I mehr Schüler gemeinsam in einer Klasse als in der Grundschule. In Korea, Japan und Chile beträgt die durchschnittliche Klassengröße jetzt über 30 Schüler. In Deutschland liegt die durchschnittliche Klassengröße bei 24,6 Schüler. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 23,3 Schüler pro Klasse. Unangefochtener Spitzenreiter ist das nicht OECD-Land China. Während in der Grundschule durchschnittlich 38 Schüler gemeinsam unterrichtet werden, sind es in der Sekundärstufe I bereits 52,9 Schüler pro Klassenverbund.

Der tatsächliche Zusammenhang zwischen Klassengröße und Lernerfolg

Kleineren Klassen wird zugesprochen, dass die Lehrer mehr Möglichkeiten haben, auf die einzelnen Schüler individuell einzugehen, da sie ihre Aufmerksamkeit auf weniger Schüler richten können. Darüber hinaus ist die Gefahr niedriger, dass es zu Störungen während des Unterrichts kommt. Je größer die Klasse, desto größer auch die Lautstärke, Hektik und das Potenzial für Aggression, berichten zahlreiche Pädagogen, die für kleine Klassen appellieren.

Ob kleinere Klassen wirklich einen positiven Effekt auf den Lernerfolg haben, können die meisten der zu diesem Thema durchgeführten Studien nicht eindeutig bestätigen. Die Ergebnisse zeigen, dass leistungsstarke und motivierte Schüler auch in großen Klassen gute Noten schreiben. Zudem zeigen andere Studien, dass mit zunehmender Anzahl an Schülern auch die Motivation dieser Schüler steigt, sich noch mehr anzustrengen. Die Zahl an gleichstarken Schülern nimmt hier ebenfalls zu, wodurch mehr Konkurrenz vorherrscht.

Den Schulerfolg alleinig auf die Klassengröße festlegen zu wollen, greift zu kurz, so das Fazit der Bildungsforscher. Vielmehr gehen die Bildungsforscher davon aus, dass mehrere Faktoren für den Lernerfolg verantwortlich sind, darunter insbesondere die konkrete Gestaltung des Unterrichts. Führen die Lehrer Gruppenarbeit durch? Finden innovative Unterrichtsformen Anwendung? Diese Aspekte sind mit zu berücksichtigen.

Einen detaillierten Einblick des effektiven Unterrichtsaufbau, insbesondere für eine große Klasse, gibt es im zweiten Teil.