Schulstress, Kopfschmerzen und Co. - Studie zur Gesundheit an deutschen Schulen

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Eine Langzeitstudie der DAK-Gesundheit und der Leuphana Universität Lüneburg hat sich mit der Gesundheit von Schülern und Lehrern an deutschen Schulen beschäftigt. Woran leiden der Studie nach die deutschen Schüler und wie konnten Erfolge an den teilnehmenden Schulen erzielt werden?

Über die Studie „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“

Die Studie „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“ wurde von 2006 bis 2013 an 30 Schulen durchgeführt. Zu Beginn wurden die Schulen unter anderem in den Kategorien Arbeits- und Lernumfeld, Wertschätzungskultur, Gesundheitsförderliche Schulkultur und Gesundheit der Lehrkräfte beurteilt. Schulen, die besonders schlecht abschnitten, wurden als „Risikoschulen“, besonders gut abschneidende Schulen wurden als „gute gesunde Schule“ eingestuft. Am Anfang des Projektes wurden rund 60% der Schulen als „Risikoschulen“, rund 7,4% als „gute gesunde Schulen“ identifiziert. Es wurden außerdem Krankheitssymptome von Schülern und Lehrern erhoben und die teilnehmenden Schulen gezielt im Bereich Gesundheit gefördert.

Kopfschmerzen und Schlafstörungen: Darunter leiden deutsche Schüler und Lehrer

An den teilnehmenden Schulen konnte unter anderem festgestellt werden, dass fast jeder dritte Schüler an Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlafproblemen oder auch Niedergeschlagenheit sowie Gereiztheit leidet. Dieses sind häufig psychosomatische Stresssymptome, die unterschiedliche Ursachen (zum Beispiel Leistungsdruck, Mobbing oder Ähnliches) haben können. Des Weiteren wurde eine hohe Mediennutzung vieler Schüler erkannt, welche häufig mit schlechten Noten korrelierte. Rund 20% der befragten Lehrer erwägten es außerdem, aufgrund von Gesundheitsproblemen in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen.

Erfolgsfaktoren gesunder Schulen

Das Projekt konnte durchaus auch gute Erfolge verbuchen. So wurden am Ende des Projektes nur noch 15% anstatt 60% der Schulen zu „Risikoschulen“ gezählt. Der Anteil „guter gesunder Schulen“ steigerte sich hingegen von 7,4% auf 40%. Folgende Erfolgsfaktoren für die Entwicklung zu einer gesunden Schule wurden identifiziert:

  • Veränderungsbereitschaft und Anerkennung: Essenziell für die Entwicklung zu einer „gesunden Schule“ war die Veränderungsbereitschaft der Lehrkräfte so wie die innerschulische Anerkennung des Projektes. Je höher der Stellenwert des Projektes war, desto besser war auch die Entwicklung.
  • Transparenz in den Entscheidungsprozessen: Entscheidend für den Erfolg des Projekts waren des Weiteren transparente Entscheidungsprozesse, in denen auch Schüler ihre Ideen verwirklichen konnten.
  • Schulungen und professionelle Begleitung: Wichtig waren Fortbildungen von Lehrern sowie eine professionelle externe Begleitung (in diesem Fall durch die Leuphana Universität), in der die Beratungsleistungen individuell den Schulen angepasst wurde.

Den gesamten Evaluationsbericht des Projektes kann hier heruntergeladen werden.