Praktische Tipps für ein effektives Lesen

Unter „effektivem Lesen“ versteht man eine Technik zum Überfliegen eines Textes bei gleichzeitiger Abstraktion der wichtigsten Kernaussagen. Wir erklären hier, worum es dabei geht und geben praktische Tipps.

Gerade Schüler oder Studenten sind in ihrer Ausbildung mit viel Textarbeit und dem Lesen von wissenschaftlichen Fach- und Sachbüchern konfrontiert. Da sich das effektive Lesen eines Textes schon in sehr jungen Jahren lernen lässt, ist es eigentlich mehr als schade, dass Lesen in der Schule nach anderen Kriterien gelehrt bzw. gelernt wird.

Grundsätzlich gilt, dass Fach- und Sachbücher nicht wie Romane von der ersten bis zur letzten Seite gelesen werden müssen. Viel wichtiger ist es, sich vorher darüber klar zu werden, wieso ich genau diesen oder jenen Text lese und was ich damit bezwecken will. Wird vor dem Lesen das Ziel des Lesens festgelegt, wirkt dies auf die eigene Wahrnehmung wie eine Art Filter. Es wird verstärkt nur noch das wahrgenommen, für das man sich aktuell auch besonders interessiert.

Wenn diese Voraussetzung geschaffen ist, sollte noch eine entspannte Lesestimmung hinzukommen, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass man sich selbst nicht so stark unter Druck setzt mit der Erwartungshaltung, jedes einzelne Wort des zu lesenden Textes auch sofort inhaltlich beim ersten Lesen zu verstehen. Außerdem muss man sich von der Angst befreien, etwas sehr Wichtiges zu verpassen, wenn man nicht Wort für Wort liest. Mut zur Lücke ist also die Devise. Damit ist Folgendes gemeint:

Wichtig ist, dass die Informationen, die für den Leser relevant sind, aus dem Text herausgefiltert werden. Das geschieht durch ein so genanntes „Überfliegen“ des Textes, indem nicht Wort für Wort, sondern Wortgruppe für Wortgruppe gelesen wird. Dadurch erhöht sich mit etwas Übung die Lesegeschwindigkeit automatisch. Zusätzlich sollte der Lesefluss vorwärts gerichtet sein, was bedeutet, komplizierte Textstellen nicht wieder und wieder von vorne zu lesen und erst dann weiter zu lesen, wenn man sie verstanden hat. Denn die Gesamtaussage kann trotzdem verständlich bleiben und durch Markieren und Anstreichen wichtiger Textstellen, kann man sich diese später sowieso noch einmal vornehmen. Durch das vorher definierte Ziel des Lesens kann außerdem schon während des Lesens gezielt nach bestimmten „Schlüsselwörtern“ gesucht werden.

Weiterhin ist es hilfreich, wenn ein Text bereits mit Überschriften, Randnotizen oder kurzen Zusammenfassungen gegliedert ist, die das Lesen erleichtern und eine erste Orientierung bieten. Bei längeren Texten oder Büchern empfiehlt es sich außerdem den jeweils ersten Absatz und den Schlussabsatz zu lesen sowie das Inhaltverzeichnis gründlich anzuschauen, um für sich wichtige Kapitel vorab zu finden.

Nach dem Lesen bietet sich eine Wiederholung des Gelesenen durch das Aufschreiben in eigenen Worten an, um zu gewährleisten, dass das Gelesene auch behalten wird, also effektiv gelesen wurde.