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Kopfnoten – Bedeutung und Verbreitung in Deutschland

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Die Kopfnote ist eine Bewertungsvariante in der Schule, die nicht auf messbare Leistungen basiert. Vielmehr sollen Sie das soziale Verhalten der Schüler sowie deren Mitarbeit und Fleiß bei der Bearbeitung schulischer Aufgaben bewerten. Wir möchten in diesem Artikel genauer auf diese besondere Note und deren Bedeutung eingehen.

Was wird bei Kopfnoten bewertet

Kopfnoten bewerten das Verhalten der Schüler. Dabei geht es zum einen um das soziale Verhalten gegenüber den Lehrern und Mitschülern, aber auch um die Arbeitseinstellung und Sorgfalt bei der Umsetzung von Arbeits- und Lernaufträgen. Die Beurteilung obliegt dabei dem Klassenlehrer. Dieser ist dafür verantwortlich, dass er die Schüler das ganze Jahr über fächer- und unterrichtsübergreifend beobachtet und darauf basierend eine Kopfnote für jeden Schüler erstellt. Werden die Fächer von unterschiedlichen Lehrern unterrichtet, ist ein enger und regelmäßiger Austausch unter dem Lehrpersonal unumgänglich.
Das Wort Kopfnote kommt übrigens ursprünglich von der Platzierung der Kopfnote im Zeugnis. Die Bewertung des Verhaltens wurde und wird ganz oben auf den Giftblättern dargestellt.

Geschichte und Aktualität von Kopfnoten in Deutschland

Dass das Verhalten von Schülern von Lehrern bewertet wird, war früher in jedem Bundesland in Deutschland üblich und Pflicht. In der ehemalige DDR gab es bis 1989 vier Bewertungskriterien:

  • Ordnung
  • Mitarbeit
  • Fleiß
  • Beitrag

In der BRD wurden von 1960 bis 1970 die Kopfnoten zum Teil abgeschafft. Nur Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland hatten ununterbrochen die Verhaltensbewertung als Teil der Schülerbewertung inne.
Nach der Wende wurden die Kopfnoten größtenteils abgeschafft. Doch nach und nach ziehen diese wieder in die Bildungssysteme der Bundesländer mit ein. Die Art und Weise der Umsetzung ist hierbei verschieden. Einige Bundesländer vergeben die Verhaltensnote nur zum Jahresendzeugnis, während andere Bundesländer auch auf dem Halbjahreszeugnissen die Bewertung darlegt. Zudem werden die Noten in den verschiedenen Bundesländern in unterschiedlichen Klassenstufen vergeben.
Niedersachsen z.B. bewertet seine Schüler in den Bereichen Arbeitsverhalten und Sozialverhalten. Das Arbeitsverhalten wird an folgenden Kriterien bemessen:

  • Leistungsbereitschaft und Mitarbeit
  • Ziel- und Ergebnisorientierung
  • Kooperationsfähigkeit
  • Selbstständigkeit
  • Sorgfalt und Ausdauer
  • Verlässlichkeit

Beim Sozialverhalten sollen folgende Aspekte beurteilt werden:

  • Reflexionsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Vereinbaren und Einhalten von Regeln, Fairness
  • Hilfsbereitschaft und Achtung anderer
  • Übernahme von Verantwortung
  • Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens

All diese Punkte sind im sogenannten „Runderlass: Zeugnisse in den allgemein bildenden Schulen“ der niedersächsischen Landesschulbehörde verankert und werden von der dritten Klasse bis zum Ende der Sekundarstufe I vergeben.

Hat die Note Auswirkung auf die Versetzung?

Die Kopfnote wird zwar auf dem Zeugnis dargestellt, aber soll lediglich der Reflexion und Einschätzung dienen. Häufig werden die Kopfnoten gar nicht als Ziffer (1-6) dargestellt, sondern beinhalten eine kurze Bemerkung über das Verhalten. Zum Beispiel: „Das Arbeitsverhalten des Schülers Max Mustermann entspricht den Erwartungen in vollem Umfang“. Ob ein Schüler in die nächste Klasse versetzt wird oder nicht, hängt aber nach wie vor an den Leistungen der Schüler.