Jahrgangsübergreifender Unterricht

Jahrgangsübergreifendes Lernen wird mehr und mehr in den Schulen getestet. Besonders in den unteren Klassenstufen ist dies ein Modell, dass immer größerer Beliebtheit erfährt. Doch welche Gründe sprechen dafür und welche Probleme verbergen sich dahinter. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Mischung der Jahrgänge

Beim jahrgangsübergreifenden Unterricht geht es um die Mischung verschiedener Jahrgänge. An einigen Grundschulen kommen im Zuge dessen Schüler zusammen, die normalerweise die Klassen eins bis drei besuchen. Innerhalb solch einer gemischten Gruppe herrscht häufig ein hoher Wissensaustausch unter den Kindern selbst. Die etwas älteren Schüler können den Jüngeren bei der Bearbeitung von Aufgaben und Problemstellungen behilflich sein. Teamarbeit und der rege Austausch stehen während dieser Lernphase im Mittelpunkt. Der Lehrer fungiert im besten Fall nicht mehr als alleiniger Mittelpunkt, sondern viel mehr als Lernbegleiter, der den Weg vorgibt und den Prozess in den Bahnen hält.

Das Modell des jahrgangsübergreifenden Unterrichts findet fast ausschließlich in einigen Grundschulen Anwendung. An weiterführenden Schulen ist das Erreichen festgelegter inhaltlicher Ziele meist nicht mehr durchgängig altersübergreifend durchsetzbar. Erst durch eine Neustrukturierung interner Abläufe ist dies auch in höheren Klassenstufen möglich.

Vorteile und Nachteile einer Jahrgangsmischung

Durch die Einbindung aller Schüler in den Unterrichts- und Lernprozess, wird besonders die soziale Komponente der Kinder geprägt. In Gruppen arbeiten die Schüler an einem Tisch an der gleichen Aufgabenstellung, wobei der Schwierigkeitsgrad je nach Wissensstand variieren kann. Kommt ein jüngerer Schüler nicht weiter, kann er sich von einem erfahreneren Klassenkameraden helfen lassen. Dies festigt beim älteren Kind einerseits das bereits erarbeitete Wissen und schult zudem die Fähigkeit, sich in Personen hineinzuversetzen und denen eine Problematik möglichst eingängig und einfach zu erklären. Bei den kleineren Schülern setzt der positive Effekt ein, dass unter Gleichgesinnten die besseren Lernerfolge einsetzen. Ältere Mitschüler, wie auch die größeren Geschwister, gelten häufig als Vorbild. Durch die Angleichung der Hierarchieebenen steigt die Akzeptanz und die Aufnahmebereitschaft.

Jedoch kann es passieren, dass es zu Streitigkeiten unten den Schülern kommt und besonders die jüngeren und noch unerfahrenen Schüler schnell ins Abseits gelangen. Zudem ist es keine Garantie, dass ein älterer und erfahrenerer Schüler in der Lage ist, eine ihm bekannte Problematik gut zu erklären. Um hierbei sicherzustellen, dass wirklich alle Kinder einen stetigen Lernprozess durchlaufen, muss das Lehrpersonal die Mittlerrolle übernehmen und ggf. eingreifen.

Es ist wichtig, dass der Lehrer bzw. die Lehrerin den Überblick behält, Fehlverhalten unter den Schülern rechtzeitig erkennt und dank der pädagogischen Erfahrungen das altersübergreifende Lernen zielführend steuert.