Die 15 größten Lernirrtümer

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Mittlerweile haben Hirn- und Lernforscher in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass bestimmte, noch immer weit verbreitete Annahmen über das Lernen nicht zutreffend sind. Wir haben eine Liste mit den populärsten Fehlannahmen zum Thema Lernen zusammengestellt:

  • Eine Fremdsprache lernt man am Schnellsten im jeweiligen Land: Das dem nicht so ist, zeigen die unzureichenden Deutschkenntnisse vieler Gastarbeiter und deren Kinder. Ohne auf die genauen Ursachen einzugehen steht fest, dass Motivation und eine geeignete Lernumgebung den größten Lernerfolg garantieren.
  • Sport macht klug: Zwar werden neue Synapsen gebildet, das Gehirn stärker durchblutet, die neuen Nervenverbindungen verfallen aber auch wieder, wenn sie ungenutzt bleiben. Am entscheidendsten beim Sport sind die Entspannung, die Glücksgefühle und die Ablenkung fürs Lernen.
  • Sprachen lernt man am besten durch sofortiges Sprechen: Dem ist nicht der Fall, denn zuerst einmal muss ausreichend Vokabular gehört und aufgenommen worden sein, um ein anschließendes Nachahmen des Gehörten zu initiieren.
  • Man darf keine Fehler machen: Falsch, Fehler sind, wie man so sagt, dazu da, gemacht zu werden, nur durch sie kann man sich verbessern.
  • Durch den Lateinunterricht verbessert sich das logische Denken: Studien konnten keinen Zusammenhang nachweisen, beim Spanischlernen war die Kontrollgruppe mit Französisch statt Lateinkenntnissen nicht schlechter.
  • Kinder, die Sport machen, lernen weniger: Nein, nur sie haben für andere Hobbys ihrer Mitschüler weniger Zeit, wie z.B. Computerspielen.
  • Gehirnjogging macht klüger: Gehirnjogging führt lediglich dazu, in der ausgeübten Tätigkeit besser zu werden, ein Übungseffekt…
  • Man lernt am besten unter Druck: Dies trifft nur dann zu, wenn schon ausreichend Vorwissen vorhanden ist. Anderenfalls artet das Neulernen in Panik und Schweißausbrüche aus.
  • Der IQ ist entscheidend für den Lernerfolg: Nein, sondern eher das Wissen bzw. Vorwissen zu einem Themengebiet, Disziplin und Motivation bringen Vorteile beim Lernen gegenüber anderen.
  • Ältere lernen schlechter Sprachen: Auch das stimmt so nicht, es kommt vielmehr auf die passende Lernmethode an. Ältere Menschen lernen anders als Jüngere, dass Auswendiglernen mittels Kurzeitgedächtnis fällt ihnen schwerer, Lebenserfahrung führt aber u.a. zu leichterem Grammatik lernen.
  • Hochbegabte sind in der Schule sehr gut: Dafür gibt es genügend Gegenbeispiele. Hochbegabte sind in der Schule oft gelangweilt weil unterfordert und haben so oft schlechte Noten und Probleme in der Schule.
  • Jungs sind in Mathe besser als Mädchen: Hier wirkt die "self fulfilling prophecy". Mädchen sind nur deshalb in Naturwissenschaften schlechter, weil sie sich aufgrund des gesellschaftlichen Bildes weniger zutrauen als Jungs. Sozialisation mit Puppen und Ähnlichem fördern den Forschergeist ebenso wenig.
  • Morgens lernt es sich am besten: Leider nicht zwingend, gerade Jugendliche haben aufgrund einer Hormonumstellungen einen anderen Schlafrhythmus und müssten eigentlich später zur Schule gehen.
  • Getrennter Unterricht fördert Mädchen: Studien zur Koedukation konnten dies nicht belegen.
  • Man lernt am besten immer am selben Ort: Zwar ist ein fester Lernort wichtig, zum Abspeichern von Informationen kann es aber zwischendrin durchaus effektiv sein, an anderen Orten zu lernen, so speichert man da zu lernende mit den Erinnerungen an den Ort ab.