Alternative Schulformen – unesco-projekt-schulen

Bereitet die Schule auf das Leben vor? Was bringt eigentlich der Mathe-, Deutsch- und Geschichtsunterricht? Vor kurzem wurde die immer wieder geführte Debatte über die deutsche Schulbildung durch den Tweet einer Schülerin aus Köln erneut in Gang gebracht. Vor diesem Hintergrund widmen wir uns einem Schulmodell, das etwas anders ist: Auf unesco-projekt-schulen lernen Schüler zwar auch nicht mehr über Steuern oder Versicherungen, aber dafür viel mehr über Verantwortung und internationale Zusammenhänge.

Die unesco-projekt-schulen

In Deutschland gibt es etwa 200 unesco-projekt-schulen in über 100 Städten. Dabei ist es egal, ob die Schule ein Gymnasium, eine Berufs-, Grund-, oder Realschule ist, solange sie die Leitlinien und Grundsätze, definiert durch die UNESCO, beachtet. Unesco-projekt-schulen gehören zu 8.800 Schulen weltweit, die zum Schulnetz der UNESCO gehören. Doch was macht diese grundsätzlichen „normalen“ Schulen so besonders? Was vermitteln sie zusätzlich zur vorgeschriebenen Schulbildung?

Unesco-projekt-schulen verpflichten sich, bestimmte Aufgaben und Leitlinien zu befolgen. Dazu gehört unter anderem das fortwährende Engagement im Schulnetzwerk der UNESCO, etwa durch Schulpartnerschaften oder die Teilnahme an Tagungen, Projekten oder Seminaren. Die Schule setzt sich außerdem durch gemeinsames Handeln von Eltern, Lehrern und Schülern sowie durch Kooperationen mit Kommunen oder anderen Schulen für die Ziele der UNESCO ein. Dazu gehören die Verwirklichung der Menschenrechte, Nachhaltigkeit, Akzeptanz und die Bekämpfung von Armut.

Was lernen Schüler außerhalb der alltäglichen Schulbildung?

Unesco-projekt-schulen haben die Aufgabe, Schülern internationale Verantwortung und einen Sinn für Demokratie zu vermitteln. Kinder und Jugendliche sollen Demokratie direkt erfahren und anwenden lernen: Bei Entscheidungen über Schulveränderungen werden die Meinungen der Schüler, Eltern sowie Lehrer mit einbezogen. Weiter lernen sie verstärkt unterschiedliche Kulturen kennen und Hintergründe von internationalen Konflikten zu erfassen. Ein Sinn für Nachhaltigkeit und Naturschutz wird durch UNESCO-Welterbe-Erziehung vermittelt.

Neben dem Schulalltag sind die Schüler angehalten, an unterschiedlichen Projekten aktiv teilzunehmen. So finden alle zwei Jahre internationale Projekttage statt, die sich beispielsweise mit weltbewusstem Essen oder Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt beschäftigen. Die Projekttage werden gemeinsam mit ausländischen Partnerschulen durchgeführt.

Durch die Teilnahme an eigenen Projekten lernen Schüler sich für bestimmte Ziele zu engagieren. Dazu gehört beispielsweise das Baltic Sea Project, welches sich vor allem mit Umweltbildung und dem Schwerpunkt Ostsee beschäftigt.

Weitere Infos zu unesco-projekt-schulen sowie eine Liste der teilnehmenden Schulen gibt es auf der Webseite ups-schulen.de.